Vorab die Reiseroute ab Zhejiang. Da ich annehme, dass auch Sie die Orte nicht finden, die in unseren Karten nicht angegeben sind, nehme ich die naechstgelegenen Hauptorte.
Von Zhangye nach Xining ueber die Landstrasse 227.
Von Xining die Autobahn bis Abfahrt Hekuo etwa 80 Kilometer vor Lanzhou und auf der Landstrasse 213 nach Yongjing.
Von Yonjing westlich um den Stausee herum und treffen bei Linxia wieder auf die Landstrasse 213.
Wir folgen ihr nach Sueden ca 150 Kilometer und biegen dann auf eine Nebenstrasse ein nach Xiahe.
Von Xiahe muessen wir zurueck nach Linxia. Hier fahren wir auf Nebenstrasse nach Osten zur Landstrasse 316, auf der wir ueber Tianshui in Richtung Baoji bis Dangchuan folgen.

 

Freitag 13.07.2007

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Yongjing Xiahe

Heute wollen wir zum Stausee des Gelben Fluss. Der Weg dorthin fuehrt ueber Nebenstrassen, durch Bauerndoerfer. Tourismus scheint am See noch nicht so weit entwickelt, dass man fuer bessere Strassen sorgt. Dafuer ist dieser Stausee scheinbar noch zu neu.

Der Regen der letzten Tage hat die Asphaltdecke der Strasse an den Haengen der Loessberge unterspuelt. Sie kann das Gewicht der LKWs, die auch in diesem Gebiet immer haeufiger von den kostenpflichtigen Hauptstrecken auf solche Nebenstrecken ausweichen, nicht tragen und bricht ein.

Sofort bildet sich eine Autoschlange. Die erste Bruchstelle ist fuer uns noch kein Problem. Am zweiten Einbruch ist auch fuer uns Schluss. Jetzt heißt es nach dem Weg fragen. Solche Strecken sind auch auf den genauesten Karten nicht mehr zu finden. In solchen Situationen wird uns immer klar, dass wir ohne Cong ziemlich aufgeschmissen waeren

Leider ist die Luft nicht besonders klar. Fotos vom den Bergen am anderen Ufer sind nicht drin

Die Strasse, die frueher durch das Tal verlief, endet hier, liegt jetzt am Grunde des Sees.
Es gibt eine Faehrverbindung zum anderen Strassenende, die einzige Verbindung mit dem gegenseitigen Ufer, eine durchgehende Strasse um den See gibt es nicht.
Am Faehranleger liegen ein paar kleine Boote mit Aussenbordmotor. Die Bootsbesitzer bringen Passagieren ohne Auto oder sonstiges Gefaehrt ans andere Ufer.

Touristen koennen mit ihnen den Buddhistischen Grotten ein Stueck den gelben Fluss hinauf gelangen, die jetzt, seit der Stausee existiert, auf keinen anderem Weg erreicht werden koennen.

Wir planen die Zeit bis zur Abfahrt der Faehre aber sie ist zu kurz fuer einen Ausflug auf dem See.
Ein findiger Bootsfuehrer macht dann mit dem Kapitaen der Faehre ein Arrangement: unser Bus kommt als erstes Fahrzeug auf die Faehre. Wird an der Seite geparkt, so dass alle anderen Autos um unseren Bus herumfahren koennen. Das Schiff legt eine Stunde spaeter ab, braucht eine Stunde bis zum anderen Ufer.

Zeit genug um einen Trip mit dem Boot zu den Grotten zu machen und uns dann auf der anderen Seite, wo unser Bus schon angekommen sein wird, abzusetzen.
Wie immer ueberlassen wir Cong die Preisverhandlung. Mit 200Y=20€ sind wir diesmal dabei, all inklusive. Allerdings ist das Boot so ziemlich das aelteste und bei weitem das langsamste am Anleger. Es gibt keinen Spritzschutz aber jede Menge Rettungswesten liegen am Boden herum. Alle registrieren erstaunt, dass ich mir so eine ueberziehe.

Wir lassen unseren Bulli auf der Faehre zurück und starten zu der Fahrt ueber den See. Das Wasser ist hier nicht wie erwartet deutlich gelb. Die Sedimente des gelben Flusses muessen bei stehendem Gewaesser sehr schnelle auf den Grund absinken. Das wird irgendwann einmal Probleme geben.
Sobald wir aber zur Einmuendung kommen und erst recht als es dann ein Stueck den Fluss hinauf geht, sieht das Wasser aus wie eine gelbe Schlammbruehe.
Jetzt fehlt uns der Spritzschutz am Boot. Was vorher mehr oder weniger klares Wasser war, ist jetzt Loesschlamm, den wir hin und wieder abkriegen.
Unser Ziel, der Deer long Tempel, besteht aus vielen in den Stein gehauenen Darstellungen des Buddhismus aus dem 4.Jahrhundert. Die groesste Statue hier ist ein 27m hoher Buddha.
Nur wenige Besucher finden den Weg hierhin, Chinesen sind nicht so sehr fuer solche kombinierten Schiff-/Bus- Reisen. Deswegen fallen die wenigen Europäer hier besonders ins Gewicht.
Ist die Infrastruktur erst so weit ausgebaut, dass man mit Reisebussen direkt vor den Taleingang eintreffen kann, werden auch Chinesen und die meist schon betagten Japaner den Weg hierher finden.

Wir erreichen die Anlegestellet unserer Faehre. Alles hat wie geplant geklappt. Jetzt muessen wir wieder suchen um eine befahrbare Landstrasse zu finden. Weder unsere Karte, die natuerlich einen zu grossen Masstab hat, noch Congs Strassenatlas koennen uns immer befriedigend weiterhelfen. Auch die Bauern kennen nur ihre naehere Umgebung.
Cong haelt ab und zu den oertlichen Linienbus oder auch mal ein Taxi an. Nur so geht es ueber unbefestigte Lehmpisten weiter.

Auch hier, in den Doerfern, werden Strassen gebaut. Die Dorfbewohner muessen das selbst organisieren, im freiwilligen Arbeitseinsatz wird direkt vor Ort Beton hergestellt und mit einfachsten Mitteln eine Strasse angelegt. Der frische Beton wird mit feuchten Stroh belegt, damit er nicht zu schnell ausdrocknet.

Irgendwann erreichen wir dann wieder eine Hauptstrasse die wir in unseren Karten eindeutig identifizieren koennen. Aber, wie erwartet, die naechste Zahlstelle laesst nicht lange auf sich warten.
Xiahe, unser Ziel, liegt in der Provinz Qinghai. Der Landkreis wird traditionell ueberwiegend von Tibetern bewohnt, und geniesst, entsprechend der Verfassung der Volksrepublik China, den Status eines Autonomen Gebietes auf Kreisebene. Das faellt bereits an der ersten Mautstelle im Kreis auf, sie ist im tibetischen Baustil errichtet und wird von Tibetern gefuehrt.
Wir erreichen Xiahe nach Einbruch der Dunkelheit. Fuer die 250 Kilometer haben wir wegen der schlechten Strassen fast 8 Stunden gebraucht, obwohl wir die letzten 80 Kilometer Landstrasse in nur knapp eine Stunde bewaeltigt haben.

 

Samstag 14.07.2007

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Xiahe

In unserem Tibetischen Hotel geht es laut zu. Dabei handelt es sich um ganz normale Konversation, die der Koch mit dem Zimmermaedchen ueber zwei Etagen, oder die Dame an der Rezeption mit dem Parkplatzwaechter draussen fuehren.
Da faellt uns das fruehe Aufstehen leicht, zumal im Kloster Labrank, dem groessten Kloster des tibetischen Gelubkaordens, ausserhalb der autonomen Region Tibet, das Leben schon im vollem Gang ist.

So frueh am Morgen wird der Bedarf an Raeucherholz fuer den Tag gedeckt. Die teils ueber mannshohen Oefen werden den ganzen Tag mit Reisig und was auch immer gut riecht in Brand gehalten. Der Duft reicht bis ans Ende von Xiahe.

Vielleicht liegt es an der Autonomie dieses Kreises, dass sich hier, im Kloster Labrank, die Zahl der Moenche und Pilger mit der Zahl der Touristen auf ein ertraegliches Verhaeltnis eingependelt hat.
In einem autonomen Gebiet sollte sich die Verwaltung mehrheitlich in den Haenden der jeweilige Minderheit befinden. Das ist kein Problem, da ohnehin nicht die ethnische Zugehoerigkeit sondern die Zugehoerigkeit zur Regierungspartei entscheidend ist, egal ob Tibeter, Uigure oder Han-Chinese.

Jedenfalls fehlen die Reisebuskarawanen, wie man sie an anderen Sehenswuerdigkeiten Chinas findet. Dafuer hat sich hier noch der Flair vom alternativen Rucksacktourismus gehalten.
Moenche bestimmen das Strassenbild von Xiahe. Dazwischen immer wieder Tibeter in klassischen Gewaendern oder Pilger. Auch Bettler, von der alten Frau bis zum kleinen Kind. Kann man sich da mit der Erklaerung `das war immer schon so` abfinden? Erst recht, wenn man dann in einem der vielen Tempeln sieht, wie die armen Kinder ihre erbettelten Geldscheine in den Opferstock werfen!

Das fehlen des chinesischen Massentourismus wirkt sich positiv auf das Klosterleben aus. Chinesen haben ein ungezwungenes Verhaeltnis zur Religioesitaet. Sowohl der eigenen als auch der anderer. Das liegt am Fehlen eines fest verankerten Gottesbezuges in der traditionellen chinesischen Zivilisation, mit einem einheitlichen, fuer alle verbindlichen Gottesbild. Chinesen ueben Taoismus und Budhismus nebeneinander aus. die Riten der Ahnenverehrung sowie das konfuzianische Gesellschaftsbild vertragen sich problemlos.

Eine Religion, die zugleich auch ueber die weltlichen Geschicke des Staates entschied gab es nicht. Der Kaiser, als Himmelssohn, war nie Gottessohn, erst recht war er kein Gott, sondern oberster Zeremonienmeister im schamanischen Sinne. Spiritualitaet und Religion war und ist Privatsache.

Mit Unterbrechung in der Aera Maotsetong`s. Anders ist das mit dem tibetischen Buddhismus. Hier haben sich religioese Fuehrer im 17. Jahrhundert einen Anspruch auf weltliche Macht zugesprochen, der fuer den Buddhismus eigentlich untypisch ist. Damit konnte sich die Regierung der Volksrepublik China nie abfinden, ebensowenig wie mit der ueberstaatlichen Lenkung der roemisch katholischen Kirche durch den Papst, der zugleich Oberhaupt eines in der UN vertretenen Staates ist.

Chinesen nehmen es mehrheitlich locker mit der Religionsausuebung. Sie gehen schnellen Schrittes durch die Tempel, verweilen hier und da vor einer bestimmten Figur, zuenden vielleicht ein Raeucherstaebchen an, oder verbeugen sich.
Kommen sie mit der Familie oder als Gruppe, fotografieren sie sich wo erlaubt oder auch nicht. Den krassen Gegensatz dazu liefern die tiefglaeubigen tibetischen Pilger, denen man ansieht, dass Religion ihr Leben ist, und die Kloester Zentrum dieses Lebens. In Unmittelbarer Nachbarschaft zu Labrank gibt es an vielen Orten Kloester, die zum Teil zerstoert sind und nun von den Glaeubigen und Moenchen wieder aufgebaut werden.

 

Sonntag 15.07.2007

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Xiahe

Heute unternehmen wir eine Fahrt in die Umgebung des Klosters. Wir wollen auf das Hochland hinaus. Dort stehen die Ueberreste einer alten Hanfestung aus der Zeit um 100 v.Chr. Diese Festung war Stuetze der Herrschaft der Han Dynastie ueber das vorbuddhistische Tibet.y

Der Buddhismus kam erst im 6. Jahrhundert nach Christus, vierhundert Jahre nachdem er in China Fuss gefasst hatte, in das tibetische Hochland. Dort verband er sich mit dem stark schamanisch gepraegten traditionellen Boenreligion der Tibeter zu der besonderen Form den Tibetischen Buddhismus.

Die Fahrt fuehrt uns wieder steil in die Hoehe. Strassen gibt es noch nicht, nur schlechte Pisten. Fuer 30 Kilometer brauchen wir gut 2 Stunden, immer im Gelaendegang . Am Ende der Steigung befinden wir uns wieder ueber 3500 Meter. Hier begegnen wir auch wieder anderen Autos. Einem alten Linienbus, der die Verbindung mit den weit aueinander liegenden tibetischen Doerfern aufrechterhaelt, aber auch einem Hollaender mit Familie, einer Chinesin und drei Kindern im LKW.
Die Ladeflaeche ist vollgepackt mit alten chinesisch-tibetischen Mo- ebeln. So ein alter Schrank mit tausend kleinen Schubladen, wie man ihn bei uns in so manch einer Apotheke als Schmuckstueck sehen kann, kostet hier oben weniger als 50€. Ein bisschen zurechtgemacht kann man ihn in Koeln fuer rund das Hundertfache kaufen.

Wir muessen wieder suchen, bis wir die alten Mauern finden. Innerhalb dieser Mauern haben sich Tibeter niedergelassen. Ueber dem Zentralen Gebaeude weht die rote Fahne der Volksrepublik China.
Wie an jeder Attraktion die wir besuchen, werden wir auch hier sehr schnell selbst zur Attraktion.

Ach übrigens ist heute unser Bergfest, die Haelfte unserer Reise, einschliesslich der Heimreise haben wir hinter uns. Dazu muss Cong das passende Foto schiessen.

Bei der Heimfahrt kommen wir an einem Sportplatz vorbei, wo Tibeter in 3400 Metern ein Basketballturnier abhalten. Der Trainer ist Chinese.
Nein, sagt er lachend, fuer die Olympiade wird hier nicht trainiert. Aber als Mannschaft an Turnieren teilzunehmen ist eines der Ziel dieser jungen Leute.

 

Montag 16.07.2007

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Xiahe - Dangchuan

Vor unserer Abfahrt aus Xiahe will ich noch ein etwas seltsames Gebaeude in der Altstadt fotografieren. Es sieht aus wie eine mehrstoeckige Pagode im chinesischen Baustiel.
Aehnliche Pagoden habe ich in den Doerfern hier schon oefter gesehen. Im Naeherkommen tritt ein Mann mit weisser muslemischer Kopfbedeckung auf mich zu und fordert mich auf auch im Innenraum zu fotografieren.

Es handelt sich um das Minarett einer Moschee. Darueber bin ich etwas erstaunt, dass auch hier in dieser Hochburg des Buddhismus die islamische Religion heimisch geblieben ist und scheinbar ohne Probleme beide Religionen nebeneinander existieren.

Unsere Fahrt nach Maijischan, einem der Heiligen Berge Chinas, fuehrt durch ein weiteres Minderheitengebiet Gansus.
Auch hier, in diesem autonomen Kreis leben Moslems. Sie gehoeren aber nicht zu den Turkvoelkern, wie die Minderheiten in Xinjiand, sondern sind Nachkommen Mongolischer Bevoelkerungsgruppen, die seit dem 13. Jahr- hundert hier leben und waehrend der Mongolenherrschaft den Islam angenommen haben. Ihre Sprache ist eine Mischung aus Mongolisch und Arabisch.

Bei Maijishan uebernachten wir nicht in einem Hotel, sondern finden in einem Gaestehaus der Elektrizitaetsgesellschaft der Provinz Unterkunft. Die Zimmer sind hervorragend und sehr billig. Wir zahlen keine zwei Euro fuer die Uebernachtung, erhalten aber auch keine Quittung.

 

Montag 16.07.2007

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Maiji Shan

China ist ein Land mit vielen hohen Bergen. Einige dieser Berge machten seit alters her wegen ihrer Lage, Form oder anderer Beschaffenheit besonderen Eindruck auf die Menschen. Sie wurden im Laufe der Zeit von den verschiedenen Religionen zu Orten spezieller Verehrung erkoren und sind bis Heute Pilgerstaetten. Man kennt sie als die heili- gen Berge Chinas.

So ein Berg ist der Maijishan. Hier haben Buddhisten seit den 4. Jahrhundert eine Unzahl von Grotten in den Fels gehauen und mit Figuren ausgeschmueckt. Die hoechsten sind bis zu 18 Metern hoch.
Heute ist dieser Berg wegen seiner vielen kunsthistorischen Schaetze auch ein Museum, in das Menschen aus allen Teilen des Landes und natuerlich auch aus dem Ausland anreisen.

Die Grotten waren frueher ueber eine System aus hoelzernen Treppen und Gaengen, die aussen am Fels angebracht waren zu erreichen. Diese Holzstiegen hat man heute durch Beton ersetzt. So koennen auch die Mengen der Besucher sicher am Fels nach oben steigen, die heute teaeglich mit Bussen hierher gefahren werden. Ich bin da ein wenig skeptisch, ob die Stufen tatsaechlich halten.

 

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