Dienstag 17.07.2007

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Xiahe - Qianling

Unser Weg fuehrt uns weiter in Richtung Xian, der alten Hauptstadt des Chinesischen Kaiserreiches.
Die Karten sind nicht so eindeutig bezueglich der naechsten Strecke und so lassen wir uns auf eine Abkuerzung lenken, die uns letztlich einen halben Tag kostet bis wir zum Ausgangspunkt zurueckkommen. Cong hat zwar immer wieder nach dem Weg gefragt, aber nicht alle Chinesen verstehen sein Hochchinesisch.

Wir folgen dem Weital. Der Weifluss, ein Zufluss zum Gelben Fluss, ist bekannt als die eigentliche Wiege der chinesischen Zivilisation.
Hier hat man die aeltesten jungsteinzeitlichen Doerfer Chinas entdeckt.

Heute finden wir hier eine einzige, grosse Baustelle. Die neue Autobahn nach Xian wird durch das Tal gebaut. Sie fuehrt vierspurig auf hohen, im Fluss verankerten Betonpfeilern in etwa 20 Metern Hoehe ueber dem Fluss.
Wenn die Biegungen zu eng werden, sind bereits Tunnels durch das Gebirge bis zur naechsten Flusschleife angelegt.
Neben der Autobahn fuehren bereits zwei Eisenbahntrassen in schwindelnder Hoehe durch dieses ehemals einsame Tal. Hier wird Tag und Nacht gebaut.

Diese riesigen Bauprojekte waeren nicht denkbar ohne das Heer von Wanderarbeitern die ganz China auf der Suche nach einen Job durchstreifen. Ihre Zahl wird auf 150 bis 200 Millionen geschaetzt. Meist sind es Maenner vom Land, die auf diese Weise die schmalen Ertraege ihrer Familien aus der Landwirtschaft aufbessern wollen. Ihr Verdienst liegt bei ca. 800 Yuan.

Wenn man bedenkt, dass die Kaufkraft des Yuan in China im Durchschnitt etwa das 2,5fache eines Euro in Deutschland betraegt verdient dieser ungelernte Arbeiter gemessen an Kaufkraft etwa 2000€.
Das ist soweit nicht schlecht, allerdings muss man bedenken, dass hier auf den Baustellen rund um die Uhr, ohne freien Tag in der Woche und mit einem Mindestmass an Urlaub gearbeitet wird. Die Arbeiter sehen ihre Familie hoechstens fuer ein paar Tage im Jahr.

Oft wird ein grosser Betrag des Geldes bis zum Ende der Projekte zurueckgehalten, um eine Fluktuation der Arbeitskraefte zu verhindern, oder es wird ein ueberhoehter Betrag fuer die oft katastrophalen Schlafplaetze einbehalten.
Letztlich traegt der Transfer an Kaufkraft auf das Land aber nicht wenig zur Entwicklung entlegener laendlicher Gebiete bei.

Wie erreichen Qianling bei Einbruch der Dunkelheit.
Die Stadt ist eine typische chinesische Kleinstadt abseits der wichtigen Transitrouten. Die Strassen muessen dringend ausgebessert werden, eine Beschilderung ist nicht vorhanden und Auslaender wie wir, erst recht mit eigenem Fahrzeug, sind die Attraktion. Es gibt einen Nachtmarkt, auf dem eine Garkueche neben der anderen steht.
Nachdem wir im Hotel eingecheckt haben gehen wir erst mal etwas essen, beraten wie immer von Cong.

 

Mittwoch 18.07.2007

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Qianling - Xian

Je naeher man der alten Kaiserstadt Xian kommt, um so zahlreicher sind die Zeugnisse des alten chinesischen Kaiserreiches. Vor allem viele Grabanlagen alter Dynastien kann man besichtigen. Von den meisten dieser noch ungeoeffneten Graeber kann man heute nur die Grabhuegel besichtigen. Hier in Qianling stehen Grabanlagen aus der Tangzeit.

Das interessante ist, dass die Kaiser dieser Dynastie keine kuenstlichen Grabhuegel anlegten, sondern ihre letzten Ruhestaetten in tiefen Stollen unter natuerliche Berge anlegten.
Das Grab des dritten Kaisers der Tang Dynastie, Gaozhong, ist noch verschlossen.
Man hat eine 63 Meter lange und 4 Meter breite Rampe gefunden, die schraeg in den Berg hineinfuehrt und vor dem eigentlichen Grabtor aus Stein endet.
Die ueberirdischen Anlagen sind zum Teil wiederhergestellt aber nicht so imposant als das die Reiseunternehmer sie in ihr Standardprogramm aufnehmen wuerden.
Bekannt sind vielleicht die steinernen Figuren auslaendischer Abgesandter in lebensgroesse, deren Koepfe in spaeterer Zeit abgehauen wurden.
Es gibt auch einige Graeber von Familienangehoerigen die geoeffnet wurden und zu besichtigen sind. Die interes- santen Gabbeigaben sind in einem Museum in der Kreisstadt ausgestellt.

Bis hierhin fahren die Touristenbusse noch. Den weiteren Weg ueber holprige Strassen zu der Grabanlage will man den Touristen wohl nicht zumuten. Darum sind wir die einzigen Besucher die sich heute hierher verirren.

Auf unserer Fahrt ueber das Land habe ich Gelegenheit, mir die Wohnungen der Bauern hier anzusehen. Wir befinden uns im Kernland des traditionellen chinesischen Ackerbaus.
Auf teilweise ueber 100 Meter dicken Loesschicht haben die Bauern seit Jahrtausenden Felder bestellt.
Der Loess hat die Eigenschaften eines Schwammes. Er zieht das Wasser aus tieferen Schichten an die Oberflaeche und transportiert dabei wichtige Mineralien mit. So konnten diese Boeden ueber Generationen alljaehrlich ohne zusaetzliche Duenger bestellt werden. Die Hoefe der Bauern wurden in die Loesshaenge hineingebaut.
Die Wohnhaeuser waren so zu jeder Jahreszeit angenehm temperiert.

Es faellt aber immer wenn wir ueber Land fahren auf, dass man oft nur alte Menschen und kleine Kinder sieht. Die arbeitsfaehigen Maenner zieht es in die Staedte auf die zahlreichen Baustellen um Geld zu verdienen.
Hin und wieder sieht man einen neuen Hof im Gelaende stehen. Solche Aussiedlerhoefe koennen sich Familien leisten von denen ein oder zwei Personen als Arbeiter auf einer Baustelle Geld verdienen.

Westlich von Xian befinden sich weitere wichtige Graeber: die der ersten Han-Kaiser um 150v.Chr. mit ihren Angehoerigen. Grosse, kuenstliche Grabhuegel inmitten der Landschaft. Ueberirdisch enthielten sie keine Anlagen und blieben so fuer jahrhunderte verborgen. Die meisten von ihnen sind nicht geoeffnet. Ausser einer Reihe von Erdwaellen ist nichts weiter zusehen und so haben wir auch diese Sehenswuerdigkeiten fuer uns alleine.

Je naeher wir nach Xian kommen, um so weiter geht unsere Reise aus dem Huegelland in ein ebenes Gelaende ueber.
Hier wird nun grossflaechig Landwirtschaft betrieben, und nach Marktlage produziert. Mais wird viel angebaut. Wir fahren kilometerweit durch Obstplantagen. Kleine Apfelbaeume tragen dicke Aepfel, die alle noch am Baum in Plastiktueten eingehuellt sind.

Es regnet, als wir in Xian ankommen. Unser Hotel mit Blick auf die alte, restaurierte Stadtmauer liegt nah genug am Zentrum, um noch schnell im letzten Tageslicht einen kleinen Rundgang zu machen.

 

Donnerstag 19.07.2007

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Xian ist eine Stadt mit langer Geschichte. 11 Dynastien aus der fruehesten Kaiserzeit hatten hier ihre Hauptstadt. Mehrmals hat sie waehrend ihrer Geschichte den Namen geaendert. Xian wird als das Ende der klassischen Seidenstrasse angesehen, weil in dieser Periode Xian oder Shangan wie es damals hiess die Hauptstadt des chinesischen Kaiserreiches war. Entsprechend zahlreich sind auch die Touristen aus dem In- und Ausland, die es in diese Stadt zieht.

Natuerlich ist die Tonarmee des ersten Kaisers von China, des Begruenders des chinesischen Kaiserreiches der absolute Renner unter den Attraktionen und auch wir muessen diese Sehenswuerdigkeit mitnehmen.

Wir koennen dabei mal wieder gut vergleichen was sich in den letzten 20 Jahren geaendert hat. Bei unserem ersten Besuch gab es nur eine Halle, jetzt sind zwei weitere hinzugekommen. Natuerlich gab es wesentlich weniger Besucher damals. Der gesamte innere Bereich der Halle war mit Soldaten umstellt, die vor allem darauf achtete, dass niemend auf die Idee kam zu fotografieren.
Allerdings gab es vor 20 Jahren noch keine digitalen Fotoaparate und erst recht keine Handys mit denen halbwegs vernuenftige Aufnahmen gemacht werden koennen. Vielleicht ist letzteres der Grund dafuer weshalb man heute das Verbot zu fotografieren einfach wegen der Unmoeglichkeit bei diesen Besuchermassen die Kontrolle zu behalten aufgehoben hat.

In der Halle stehen nur noch wenige Soldaten, die von Zeit zu Zeit zum Weitergehen auffordern, oder daran erinnern, dass man die Schirme und Taschen nicht vergessen soll. Sie tun das nicht mehr persoenlich, sondern mit einem kleinen Geraet von der eine Stimme auf Knopfdruck die gewuenschte Ansage macht.

In Xian bin ich davon ausgegangen endlich mal wieder eine deutsche Zeitung in der Hand zuhalten, aber Irrtum. Deutsch ist in China nicht mehr vertreten. Nicht nur am Kiosk, in Hotels und am Bahnhof. Auch in den Museen finden sich keine deutschen Erlaeuterungen mehr. Das war vor 20 Jahren ebenfalls noch anders.

Am Nachmittag schlendern wir im Regen durch Xian, unsere Fotoaparate in Plastiktueten gegen das Wasser geschuetzt.
In der Zentralen Moschee kann ich ein paar Aufnahmen in einer Koranschule machen. Hier lernen die kleinen den Koran in arabischer Schrift lesen.
Die Moschee stammt aus der Zeit der Mongolen. Sie ist ganz im chinesischen Stil erbaut und erst die Besichtigung der Koranschule und einige Arabische Schriftzuege an den Waenden machen uns klar, dass es sich nicht um einen buddhistischen Tempel sondern um eine Moschee handelt.

Auch einen Taoistischen Tempel besuchen wir. Hier wird die Diesseitsbezogenheit der chinesischen Religioesitaet deutlich. Es geht um Geld, Glueck und Gesundheit in diesen Hallen. Man kann sich auch die Zukunft voraussagen lassen. Guenter versuchts mal. Ich bin gespannt ob daraus was wird. Allerdings liegen die Ereignisse so weit in der Zukunft, dass eine Reklamation bei den Moenchen ausgeschlossen ist.

Wie funktioniert eine chinesische Kreuzung? Hier haben wir Gelegenheit dazu dies zu studieren. Im Grunde gibt es auch hier Ampelanlagen. Aber die Kreuzung direkt vor unserem Hotel scheint damit nicht genug geregelt zu sein. Trotz der Ampel stehen hier unter Sonnen-/Regenschirmen zeitweise drei Polizisten mitten auf der Kreuzung, die zusaetzlich zu der Ampel den Verkehr regeln. Ausserdem gibt es vier Hilfskraefte, die mit Trillerpfeife und Faehnchen die Fussgaenger und Fahrraeder im Zaum halten.

 

Freitag 20.07.2007

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Xian - Luoyang

Nach Luoyang fahren wir wieder ueber die Autobahn. Die Autobahn ist in besonders gutem Zustand. Es gibt keine Schlagloecher, ueberall sind Leitplanken angebracht, Es gibt Standstreifen und einen besonders breiten Mittelstreifen. Wir wiegen uns sicher in den Vorstellungen von einer Autobahn wie wir sie aus Mitteleuropa gewohnt sind. Das sollte aber nicht darueber hinwegtaeuschen, dass auch hier, wie ueberall im Strassenverkehr, dem einzelnen viel Freiheit in der Auslegung der Verkehrsregeln und in der Gestaltung seines Verhaltens gelassen werden. Die Gruenanlagen auf dem Mittelstreifen muessen gepflegt werden. Dazu gibt es Personal, das fuer die Pflege zustaendig ist.

Das ist soweit ganz gut, aber diese Gaertner, in rot leuchtenden Sicherheitskleidern angezogen, sind mit Fahrraedern entlang des Mittelstreifens unterwegs. Sowohl in, als auch gegen die Fahrtrichtung links auf der Uegerholspur. Es steht auch schon mal ein Holzrechen an der Leitplanke des Mittelstreifens gelehnt, so dass der Stil etwa einen Meter auf die Ueberholspur ragt. Ich kann nicht ausweichen, ausgerechnet der LKW rechts neben mir hat Ueberbreite. Das Gartengeraet ist aus Holz, die Teile fliegen ueber die Autobahn.

Wer seine Abfahrt verpasst hat, der kann mal eben 100 Meter zuruecksetzen, oder wenden und auf dem Standstreifen zurueckfahren, ohne Probleme mit den Ordnungshuetern zu bekommen, die dem allem ohne sichtbare Regung zusehen.

Man sollte also immer auf der Hut sein! Auf der chinesischen Autobahn ist alles moeglich. Louyang scheint eine Stadt mit Perspektive zu sein. Der Zubringer zur Autobahn ist achtspurig mit einer Beleuch- tung wie ich aehnliches bei uns noch nicht gesehen habe. Abseits stehen die Anlagen einer neuen Universitaet, riesige Hochhaeuser, neue Verwaltungsgebaeude und Wohnanlagen, alles ist nagelneu und scheint noch nicht in Betrieb.

 

Samstag 21.07.2007

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Looyang - Pingyao

Die eigentliche Stadt Luoyang hat nicht allzuviel zu bieten. Eine Stadt wie viele in China. Wenn man schon mal da gestrandet ist, lohnt es sich durch eine relativ gut erhaltene, beziehungsweise unaufdringlich restaurierte Altstadt zu schlendern.
In der weiteren Umgebung findet man dann auch einige hochrangige ziele des internationelen Taurismus: Zum Beispiel die Longmen Grotten oder das Kloster Shaoling.

Schon wieder Grotten, und wieder im Massentourismus. Wir erledigen den Rundgang im Schnellverfahren, wir haben schon so viele Grotten gesehen, dass wir es uns leisten diese wirklich beeindruckende Anlage etwas schneller zu besichtigen.
Wir wollen noch einen Abstecher ins legendaere Shaolin-Kloster machen, dessen Moenche eine Kunst einstudieren, die zu einem kulturellen Exportschlager Chinas wurde: Kung Fu.
Es ist klar, das dies heute kein einsamer Ort der Beschaulichkeit ist, wenn es das je war. Im Ort reihen sich die Kung Fu Internate aneinander. Heute, einen Tag bevor eine Delegation des Hauptklosters auf Welttournee geht, zeigen sie hier auf dem Hauptplatz vor dem Kloster der versammelten Oeffentlichkeit bestehend aus Touristen, Vertretern der Medien und Offiziellen ihr Koennen.

Die Leistungen sind beeindruckend, aber man darf nie vergessen, dass hier keine Moenche gegeneinander kaempfen, auch nicht im rein sportlichen Sinne. Alles ist in jahrelangem Training einstudiert. Angriff und Verteidigung, jeder Schritt, jede Bewegung der Kaempfer im Ablauf der Darbietung stehen fest.

Und ebenso, wie jeder Schauspieler der Pekingoper nur eine ganz bestimmte Figur aus dem Repartuar dieser Oper darzustellen lernt, sind diese Moenche auch immer nur mit demselben Gegenueber wirklich gut.

Diese ehemalige Technik der Selbstverteidigung wurde von einem Moench im 8. Jahrhundert zur Meditationsmethode umgewandelt. Die einzelnen Schritte sind so einstudiert, dass sie bei hoechstem Ansprch an die koerperliche Kondition ablaufen.
Im Laufe des jahrelangen Trainigs wird der Gesamtablauf so schnell, dass die Beteiligung des Bewustseins diesen Ablauf stoeren wuerde. Ich glaube jeder kennt das Phaenomen, dass er bei der Ausfuehrung einer komplexen Handlung die er aus dem ff beherrscht ins Stocken geraet, sobald er darueber waehrend der Ausfuehrung nachdenkt. Unser Moench zum Beispiel wuerde dafuer direkt die Quittung von seinem Gegenueber erhalten.
Ziel der ganzen Uebung ist die Befreiung des Bewustseins aus der diesseitigen Sphaere des Koerperlichen. Und, so die Ueberzeugung, nach lebenslagem Trainig auch ohne diese Technik anzuwenden in der Lage zu sein hoehere Bewustseinsebenen erreichen zu koennen.
Moegen die Ziele auch noch so hehr sein, ich moechte mit so einem Moench keinen ernsthaften Streit anfangen. Denn die Selbstverteidigung ohne Bewaffnung, sieht man vom Wanderstab einmal ab, ist nun mal die Grundlage des Kong Fu.

Gegen Abend, es ist schon dunkel, treffen wir in Pinyao ein. Gerade von der Autobahn runter, faehrt ein Motorroller nah an das offene Beifahrerfenster. Eine Frau auf dem Ruecksitz fragt uns in Englisch, ob wir ein Hotel suchen, wir bejahen und sie will uns zu ihrem Hotel fuehren.
Na gut, wir folgen. Es geht hinein, in die engen Gassen einer alten chinesischen Stadt. Guenter muss ganz schoen kurbeln um hier um die Ecken zu kommen. Das erinnert mich daran, dass ich die Servolenkung wieder aktivieren wollte.
Das Hotel, zu dem wie gefuehrt werden hat keine Zimmer nach unseren Vorstellungen und vor allem kein Parkplatz fuer unseren Bus. Ausserdem handelt es sich nicht um das Hotel unserer Fuehrerin, sondern sie betaetigt sich hier als Schlepperin und hat sofort ein anderes Hotel parat. Hier gefaellt es uns ganz gut, auch wenn der Preis ist mit 18 Euro pro Nacht und Doppelzimmer zu hoch ist, entschliessen wir uns hier zu bleiben.

 

Sonntag 22.07.2007

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Pinyao

Unser Hotel ist im klassischen chinesischen Stil gehalten. Der Eingangsbereich mit Front zur Gasse ist ein Restaurant. Gegenueber dem Eingang fuehrt eine Tuer zum ersten Innenhof, mit je zwei Gaestezimmern mit Tuer zum Innenhof. Hinter diesem Innenhof folgt ein zweiter und dritter. Den Anbschluss bildet ein Zweistoeckiges Haus mit den besonders guten Raeumen. Das ganze wie gesagt im chinsischen Stil. Hier kann man gut ein paar Tage verbringen.

Der Rest des Staedtchens ist tatsaechlich sehr alt. Es gibt eine intakte Stadtmauer mit vier alten Stadttoren. Nicht alles ist komplett alt, manches wurde auch renoviert, aber trotz einiger Touristen hier im Ort erhaelt man einen guten Eindruck von klassischen Stadtleben in einer alten Stadt in China.

Wie weit man das als romantisch ansehen kann bleibt dem einzelnen ueberlassen, zumal die Menschen hier tatsaechlich noch leben und das ganze kein Freilichtmuseum ist. Man Lebt hier in den kassischen Hofhaeusern.
Zur Gasse hin gibt es nur die Hoftuere, keine Fenster.
Hinter der Aussenmauer findet die ganze Grossfamilie Platz. Wer, wie ich das gerne tue, frueh aufsteht, sieht, wie die Menschen in der Fruehe alles was sie frisch auf den Tisch haben wollen von den Bauern kaufen koennen. Auch Fisch gehoert dazu. Man kann aber auch sehe, wie sie sich in den Innenhoefen ihrer Haeuser an offenen Brunnen waschen muessen, und dem Faekaliensammler beim Leeren der Jauchegrube zusehen. Wie romantisch wird das wohl jemand finden der hier lebt ?

 

Montag 23.07.2007

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Pinyau - Wushan

Wir kommen in die Provinz Shaanxi. Shaanxi ist die Kohlegrube der Nation. Unser Tank und Geldbeutel sind leider leer und wir muessen in die Provinzhauptstadt Taiyuan, um diesen Zustand zu aendern. Uns bleibt dabei regelrecht der Atem aus. Kohlestaub liegt in der Luft. Die Schlagloecher sind nicht zu erkennen. Dass es sie in grosser Zahl gibt, merkt man erst wenn man reingefahren ist. Die Augen brennen, das Atmen tut weh, nichts wie weg hier. Tanken kein Problem, aber niemand hier will unsere Travellerschecks eintauschen. Noch haben wir Dollar aber das koennte irgendwann zum Problem werden.

Wir tauschen also notgedrungen Dollars um und bezahlen unsere Schulden bei Cong. Da wir immer zu wenig eintauschen, und natuerlich nicht immer eine Bank da ist, sagt Cong: „ Ich bin eure Bank jetzt“, und bezahlt mal eben das Mittagessen oder Hotel.
Ueberhaupt kann ich nicht oft genug betonen was Cong fuer uns bedeutet. Dabei hat er nur eine Funktion: die Einhaltung der genehmigten Reiseroute zu ueberwachen. Laut Vertrag ist das alles was er tun muss. Aber es hat sich eingebuergert, dass er eigentlich fuer alles verantwortlich ist: „ Cong wir brauchen ein Hotel, Cong, wo kann man hier Waesche waschen lassen, wo ist ein gute Restaurant, gibt es hier ein Internetcafe“ oder, noch besser: „ Cong, das Hotel ist zu teuer, kann man da was machen?“ Cong kann fast immer was machen. Wenn wir ein Doppelzimmer im Hotel fuer 15$ zu teuer finden, wirft er sein ganzes Gewicht als Vertreter der CITS, dem staatlichen Chinesischen Reisebuero, fuer das er von Zeit zu Zeit arbeitet, in die Waagschale. So wachsen unsere Ansprueche an ihn und das, obwohl wir nie den in der Preisliste angegebenen Preis fuer die Hotelzimmer bezahlen, sondern Cong immer den Gruppenrabat fuer uns locker macht.

Taiyuan liegt hinter uns und wir steuern Wushan an. Wir wollen an dieser heiligen Staette nur Uebernachten. Der Weg dorthin ueber die Landstrasse ist uns versperrt. Eine Schlange von Kohlelastern, die sage und schreibe 45 Kilometer lang die Landstrasse blockiert hindert uns zunaechst am Weiterfahren, bis Guenter sich entschliesst ueber die Gegenspur zu fahren, wie andere PKWs auch. Das geht aber nur unter staendigem Zittern, ob die Strasse fuer drei Autos breit genug ist. Manchmal ist sie das nicht und es gibt endloses Gerangel darum, wer wie auszuweichen hat. „Cong, frag doch mal, was da los ist?“ Cong fragt einen Kohlekutscher.
„ Peking will das Heizen mit Kohle im kommenden Winter wegen der Olympiade verbieten. Jetzt machen alle noch schnell ihre Lager voll und das bewirkt diesen Stau.“
„ Aber Peking liegt doch noch 400 Kilometer entfernt. Willst du sagen der Stau ist 400 Kilometer lang?“ „Weiss ich nicht.“

Unsere Abbiegung finden wir nach 45 Kilometern.
Wushan ist ein heiliger Ort und eine Menge Pilger und Buesser treffen hier taeglich ein. Viele Japaner und Koreaner kommen hier her. Die Zimmer sind sehr billig, aber auch sehr einfach. Am naechsten Tag lasse ich den Auspuff schweissen, in der Hoffnung er wird dann leiser, aber das Gegenteil ist der Fall. Auf weiteres Frickeln an meinem Bus verzichte ich. Nach einem Rundgang durch die verschiedenen Klosteranlagen machen wir uns auf den Weg weiter nach Datong.

 

Dienstag 24.07.2007

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Wushan - Datong

Wir muessen wieder ein paar Kilometer der Kohleroute folgen, es gibt leider keine Alternative. Bauern aus der Nae- he machen aus der Sitaution der LKWfahrer hier ein Geschaeft. Sie kommen mit ihren Lastendreiraedern und ver- kaufen Tuetensuppen heisses Wasser, jede Menge Obst und was die Fahrer noch so brauchen. Es regnet. Unser Auto nimmt langsam die Farbe des grauschwarzen Kohlestaubes an, der mit dem Regenwasser von unter her bis Mitte des Fahrzeuger spritzt. Der Weg nach Datong wird lang. Auch nachdem wir die Kohleroute verlassen haben, bestimmen langsame Kohlela- ster, die ebenfalls eine andere Route nehmen, das Tempo. Oft kommt der Verkehr ins Stocken, weil einer die uralten Fahrzeuge liegenbleibt und die Strasse versperrt. Keiner schleppt sie hier weg, sie muessen vor Ort repariert werden. Das Wetter hat sich wieder gebessert, blauer Himmel und warme Sonne lassen die Kohleschicht auf unserem Bus schnell trocknen. Es bleibt eine ekelige stark klebrige Schicht auf unserem Auto zurueck, die wie in den naechsten Tagen unbedingt abwaschen muessen. Die Haengenden Kloester liegen direkt an unserer Strecke in einem Seitental. Beeindruckend, was Moenche hier im 2. Jahrhundert an den senkrechten Fels gebaut haben. Mir ist dies hier zu steil und vor allem zu eng. Natuerlich sind wir hier nicht alleine. Massen von Chinesen und auch ein paar Europaeer bilden eine endlose Schlange, die sich durch die engen Gassen der Klosteranlagen schlaengeln. Nichts fuer mich. Datong, eine normale chinesische Millionenstadt, Mit schlechten Strassen im Randgebiet und vielen Baustellen im Zentrum. Hier bauen auch europaeische Firmen gigantische repraesentative Hochhauskomplexe. Auf dem obligatori- schen Riesenplakat an der Strasse sieht man das Ergebnis umgeben von ausgedehnten Gruenanlagen. Sollte dies verwirklicht werden, muessen noch eine Menge alter Plattenbauten niedergerissen werden. Natuerlich hat auch Datong seine Sehenswuerdigkeiten, dazu gehoeren auch wieder Buddhistische Grotten. Interes- santer ist die katholische Kirche im Zentrum der Stadt. Sie macht nicht den Eindruck leerzustehen, wenn man nach den Aushaengen im Schaukasten urteilt. Natuerlich gehoert sie nicht der roemisch katholischen Kirche an, die ist hier in China verboten. Sie wird der Vereinigung der patriotischen Kirchen angehoeren, die als Massenbewegung einige Sitze in der Konsultativkonferenz des nationalen Volkskongresses innehat. Hier kann sie gemeinsam mit den demokratischen Parteien, den Gewerkschaften und anderen Massenbewegungen die Politik der herrschenden Partei bestaetigen oder auch leise kritisieren.

 

Mittwoch 25.07.2007


Datong - Badaling

Weiter geht unsere Fahrt in Richtung der Hauptstadt Peking. Wir fahren wieder ueber die Autobahn. Auch hier muessen wir uns jetzt die Fahrbahn mit Kohlelastern teilen, obwohl sich auch auf der begleitenden Eisenbahntrasse lange Gueterzuege hoch beladenen mit Kohle in Richtung Peking schleppen. Erstmals sehen wir die Polizei im Einsatz. Hier, 200 Kilometer vor Beijing, wendet sie drastische Massnahmen an. Die Autobahn wird fuer alle Fahrzeuge gesperrt. Alle muessen abfahren. Zu diesem Zweck kippt man einfach eine Ladung Erde auf die Fahrbahn und macht damit einen etwa 1,5Meter hohen Erdwall quer ueber alle drei Spuren nach Beijing. Alle Kohlelaster zuerst auf die Wage. Ueberladungen werden an Ort und Stelle abgekippt. PKWs duerfen sofort wieder auffahren. LKWs duerfen von hier aus nur noch nachts weiterfahren. Die Folge sind wieder kilometerlange LKW schlangen vor diesen Sperren. Sie stehen auf dem Standstreifen und auf der rechten Fahrbahn. Nur die Ueberholspur ist fuer PKWs frei. Wir verlassen die Autobahn 80 Kilometer vor Peking. In Badaling wollen wir ein Stueck der Mauer fotografieren. Pech mit dem Wetter. Wir koennen wegen Dunst in der Luft keine Aufnahmen machen.

 

Donnerstag 26.07.2007


Badaling

Auch an diesem Tag klärt das Wetter nicht auf. Wir nutzen die Zeit und fahren unseren Bus zum Waschen in die Stadt. Morgen brechen wir nach Beijing auf.

 

Freitag 27.07.2007

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Badaling - Peking

Heute frueh hat sich das Wetter etwas aufgeklaert und wir kommen vor unserer Weiterfahrt nach Peking doch noch in den Genuss die Mauer zu sehen und ein paar Fotos zu machen. Wir machen diese Fotos von der Autobahn aus, hier hat man den besten Ueberblick. Dazu stellen wir unser Auto auf dem Standstreifen ab und steigen aus. Niemand stoert sich hier daran, auch die Ordnungshueter scheinen dafuer vollstes Verstaendnis zu haben.( BILD 1, 2 ) Vor Peking liegen noch die Ming Graeber. Hier haben sich die Kaiserfamilien der letzten Chinesischen Dynastie, der Ming Dynastie 1350 bis 1644 ihre Grabstaetten erbaut. Tief unter der Erde kann man die Grabkammern eines Kai- sers betreten. Kuehl und etwas feucht ist es hier. Die Throne des Kaisers und seiner beiden Frauen sowie die riesigen Saerge aus rot lackiertem Hartholz kann man besichtigen. Die Grabbeigaben werden in einem Museum ausgestellt. Etwas vorgelagert ist eine Strasse zu den Graebern, die von hohen Steinfiguren gesaeumt ist. Einige Schmucktore uberbruecken diese Strasse. Gegen Ende steht eine einfache Holzwand mit drei Oeffnungen. Eine gro- sse in der Mitte, zwei kleine rechts und links. Sie symbolisiert die Grenze zwischen Leben und Tod. Wir wollen natuerlich durch die Mitte, aber Cong, haelt uns sichtlich erschrocken zurueck: „ Nicht durch das mittlere Tor. Nur durch eines der Seitentore gehen.“ „und warum nicht?“ „Durch die Mitte gehen die, die nicht mehr zurueckkommen. Die Toten!“ Wir gehen durch das Seitentor. Ich beobachte eine Weile das Tor und muss feststellen: nur die europaeischen Touri- sten gehen durch die Mitte. Die Asiaten nehmen ein Seitentor. Diese Anlagen sind der Nachwelt erhalten geblieben, weil die folgende und letzte Dynastie Chinas sie geschuetzt hat. Die Qing Dynastie war nicht chinesisch. Es waren Mandschuren, ein nomadisches Reitervolk aus der Steppe nordoestli Pekings, mit den Mongolen verwandt, die den Kaiserthron von den Ming erkaempfte und ihn bis zum endgueltigen Abdanken des Kaisers 1911 innehatte. Entgegen der Gewohnheit einer neuen Dynastie die Spuren der alten zu verwischen und ihre Gebaeude zu zerstoeren, haben die Qin die Minganlagen geschuetzt und erhalten. Ein wenig Sentimentalitaet kommt auf, als uns aufgeht, dass unsere Reise nach Peking ueber die Seidenstrasse bald zu ende ist. Es heisst Abschied nehmen von Cong, ein neues Abenteuer wird beginnen: Abenteuer Heimreise. Das veranlasst mich zu den drei folgenden Fotos. ( BILD 3, 4, 5) Aber noch liegt ja Peking vor uns.

 

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